Eine Verwaltung reicht. So kann sich Schule mehr auf Bildung konzentrieren.

Die Volkschulgemeinde ist in Tägerwilen - rechtlich gesehen - ähnlich wie die politische Gemeinde geregelt. Die Gelder, die in Form von Steuern an die Schule fliessen, verwaltet diese autonom und regelt auch die Höhe der Steuern selbst. Auch hier haben die Stimmbürger zwar das letzte Wort, doch auch bei diesen Entscheiden ist die Beteiligung extrem klein. Am 23. April 2018 waren es an der Schulgemeindeversammlung geradezu 66 Personen.

Wie hängt das alles zusammen? Habe ich darauf überhaupt Einfluss?

In der Mehrzahl der Kantone ist das Modell der Einheitsgemeinde Realität. Im Thurgau kennen es erst wenige Gemeinden; einige prüfen zurzeit einen Zusammenschluss. Im Kanton Zürich zur Beispiel wohnt ein Grossteil der Bevölkerung in Einheitsgemeinden.

GESCHÄTZTE TÄGERWILER STIMMBÜRGER

Der Begriff ‚Einheitsgemeinde‘ ist für unsere Gemeinde und die öffentliche Diskussion neu. So nennt man eine Verwaltungsform, in der die Schule Teil der Politischen Gemeinde ist. Die Schule hat keine eigene Behörde, sondern eine Schulkommission. Welche Vorteile hat eine solche Struktur für die Bürger?

Um zu verstehen, wie eigenständig die Schule in der heutigen Form ist, hier einige Punkte aus der Gemeindeordnung der Volksschulgemeinde Tägerwilen:

Art. 4 Die Volksschulgemeinde Tägerwilen besteht aus der Gesamtheit der stimmberechtigten Einwohner; sie ist das oberste Organ.

Art. 6 1. Sachgeschäfte werden (vorbehältlich Ziffer 2 und 3 dieses Artikels) an der Gemeindeversammlung entschieden, ff.

Art. 12 1. Die Gemeindeversammlung wird einberufen: a) für die Genehmigung des Budgets und die Festlegung des Steuerfusses bis spätestens Ende Februar; ff.

EINE GEMEINDE – EINHEITLICHE VERWALTUNG

Die Schule als Bildungsstätte ist im rechtlichen Sinne autonom und entscheidet über ‚ihre‘ Anliegen selbst. Eine gemeinsame Behörde mit dem Ressort Schule würde unter anderem  bedeuten, dass die Vielfalt an Sichtweisen, die im Gemeinderat vorhanden ist und vertreten wird, eher auch in die Entscheide der Schule einfliessen als es in der heutigen Form der Fall ist: Was passiert mit den Einnahmeüberschüssen der Steuerzahler? Wann wendet die Schule die möglichen Disziplinarmassnahmen an? Wie reagiert man auf Probleme wie Mobbing oder Fernbleiben dem Unterricht?

EINIGE ERFAHRUNGSBERICHTE MIT DER EINHEITSGEMEINDE

Damit Sie sich ins Thema einlesen, können Sie auf die nachfolgenden Texte klicken und werden dadurch zu informativen Online-Artikeln weitergeleitet. Die Recherchen zeigen, dass die Schulbehörden in der Regel gegen eine Fusion mit der Politischen Gemeinde sind. Es liegt auf der Hand, dass sich eine Behörde von sich auch nicht in eine andere integrieren will. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die Qualität des Unterrichts in einer Gesamtverwaltung schlechter ist.

Dürnten (ZH) führte eine Einheitsgemeinde 2002 ein. Die Schulpräsidentin Regina Meister (FDP), sagte sechs Jahre nach der Umsetzung: „Da die Schule finanziell gesehen einen wesentlichen Teil des Gemeindehaushalts ausmacht, finde ich es sinnvoll, dass die Schule mit der Politischen Gemeinde eine Einheit bildet…Die Schule hat in unserer Gemeinde einen hohen Stellenwert. Im Gemeinderat kann ich die Schulanliegen direkt einbringen und über aktuelle Fragestellungen informieren. Gleichzeitig bin ich besser in die allgemeinen Gemeindethemen involviert.“

In Berneck (SG) interessieren sich Bürger für die Einheitsgemeinde und beantragen, das Projekt weiterzuführen.

In Münchwilen beantragte die SVP die Bildung einer Einheitsgemeinde. Dazu wurde von einem externen Dienstleister eine Analyse der Chancen und der Risiken eines solchen Zusammenschlusses erarbeitet. Die hier zusammengefassten Pro und Contras dürften bei uns sehr ähnlich sein.

Haben diese Überlegungen Ihr Interesse geweckt?

Schauen Sie hier bald wieder vorbei, Tägerwiler Stimme informiert Sie gerne über weitere Aspekte.