Kunstrasen-Kredit muss vors Volk: 2’600’000 Franken aus Steuergeldern.

An der ersten Infoveranstaltung zum Kunstrasen-Projekt ist was passiert: Sprach der Gemeindepräsident zu Beginn noch vom Kreditbegehren von 2,6 Mio Franken für die Gemeindeversammlung vom 3. Dezember, versprach er gegen Ende doch eine Urnenabstimmung, damit mehr Tägerwiler mitenscheiden können. Ist das wirklich wahr?

Aus dem Beitrag "Kunstrasen wirbelt Staub auf" in der Kreuzlinger Zeitung vom 28.9.2018

Der Gemeinderat lud am 26. September zu einer Infoveranstaltung zum Projekt Kunstrasen auf. Wie der Gemeinderat in der nachfolgenden Freitagausgabe der Tägerwiler Post vom 28.9.2018 informiert, sind

für Bürgerinnen und Bürger, die an der Versammlung nicht anwesend sein konnten oder die informationen nochmals in aller ruhe studieren möchten

die Präsentationen „Kunstrasenplatz“ auf der Gemeindehomepage publiziert. Damit gemeint sind zwei Dokumente der Befürwörter: des Fussballclubs und des Gemeinderats.

Die Argumente der Befürwörter stehen allen zur Verfügung. Unerwähnt bleiben die Einwände der Bürger.

Leider ist in den Medien der Gemeindeverwaltung zu diesem Zeitpunkt nichts über die weiteren Inhalte dieses Abends zu finden. Aus dem Bericht der Kreuzlinger Journalistin Petra Gruber in der Kreuzlinger Zeitung vom 28. 9. 2018 erfahren wir jedoch, dass an die 90 Interessierten dabei waren und dass sich auch einige Bürger mit kritischen Argumenten zum Wort gemeldet hatten:

  • Die Kosten sind zu hoch für einen einzigen Verein

  • Die umliegenden Gemeinden sollten sich auch beteiligen (von 440 aktiven Mitlgiedern sind nur 155 aus Tägerwilen)

  • Die Verletzungen bei einem Spieler auf Kunstrasen sind viel gravierender als auf Naturrasen

  • Der Kunstrasen ist eine Quelle von Microplastik und belastet die Umwelt

Schliesslich, so Petra Gruber, meldete sich ein Votant, der für den Aufschub der Abstimmung in dieser Sache plädierte. Da gerade die Schlussfassung des Vorschlags des Gemeinderats für das neue Gemeindegesetz herauskam – unmittelbar vor diesem Anlass – sei es ratsam, abzuwarten. Soll die neue Gemeindeordnung am 3.12.2018 angenommen werden, so müssen alle Kredibegehren über 2 Mio Franken an die Urne. Diese Anregung soll Markus Thalmann mit diesen Worten aufgenommen haben:

„Wir werden im Gemeinderat diskutieren, wann wir die Botschaft vors Volk bringen“.

Und dies ist eine tolle und unerwartete Nachricht, liebe Tägerwiler! Denn an der Urne ist die Stimmbeteiligung 6-8x höher als an einer Gemeindeversammlung. Und somit die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass diejenigen, die für den bereits gut dotierten FC in unserem Dorf noch mehr haben wollen, die Gemeindeversammlung nicht domminieren und somit für sich entscheiden können. Denn solche Betroffenheits-Abstimmungen haben wenig mit Demokratie zu tun.

WIE VERBINDLICH IST DIESES VERSPRECHEN?

In der heute aktuellen Information auf der Webseite der Verwaltung ist noch nichts darüber zu lesen, dass der Kunstrasen in einer Volksabstimmung entschieden werden soll. Im Gegenteil: Man liest, dass am 3. Dezember dieses Geschäft ein Traktandum ist:

Stand 1.10.2018: „An der GV vom 3.12.2018 wird unter anderem ein Kredibegehren für einen Kunstrasenplatz traktandiert.“

DER ANTRAG AUF URNENABSTIMMUNG IST GESTELLT

Damit der an der Veranstaltung geäusserte – einzig richtiger Vorschlag in dieser Konstellation – nicht vergessen wird, habe ich einen schriftlichen Antrag in diesem Sinne eingereicht. Ich hoffe, die Stimmbürger von Tägerwilen werden bald über den Status des Abstimmungsverfahrens durch den Gemeinderat informiert.

Gesuch um Änderung des Abstimmungsverfahrens beim Projekt Kunstrasen Tägerwilen 2018_28092018

 


 

Wie stehen Sie zur Urnenabstimmung für alle Geschäfte?

Vielen Dank für Ihre Meinung. Kommen Sie am 3. Dezember 2018 zur Gemeindeversammlung und entscheiden Sie mit, wie Sie in Zukunft Ihr Stimmrecht ausüben wollen.